Der Alptraum beginnt
Der Alptraum beginnt wenige Tage nach der Geburt, wenn dem kleinen Ferkel der Ringelschwanz und die Eckzähne abgekniffen werden. Da Eberfleisch wegen seines Geruchs auf dem deutschen Markt schwer verkäuflich ist, werden den männlichen Ferkeln auch noch die Hoden abgeschnitten. Das alles geschieht ohne Betäubung. Die Entfernung der Eckzähne soll die Zitzen der Mutter schonen. Sie dient lediglich als
Gebärmaschine.



Bereits mit sieben Monaten wird sie mit dem Sperma eines sogenannten " Spitzenvererbers" aus der Besamungsstation "gedeckt" und "wirft" nach 115 Tagen fast völliger Bewegungslosigkeit im "Kastenstand" neun bis zwölf
Ferkel. Oft werden die Ferkel schon nach drei Wochen der Mutter weggenommen, um im Alter vom zehn Wochen in Mastbetriebe transportiert. Dort werden sie mit antibiotikahaltigen Leistunsförderern in drei bis vier Monaten "schlachtreif" gemästet. Enge und Langeweile in den kahlen Buchten mit Spaltenboden und ohne Einstreu führen zu Verhaltensstörungen und Aggression. Würde der Ringelschwanz nicht abgeschnitten, könnte er zum Ersatzobjekt für fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten werden und Kannibalismus auslösen. Krankheiten werden nur mühsam mit hohen Medikamentengaben in Schach gehalten. Über eine Million Schweine sterben schon während der Mast. Etwa 500 000 weitere fallen dem Stress und der Todesangst während des
Transports in oft weit entfernte Schlachthöfe zum Opfer. Mit Gas oder Strom, oft nur unzureichend betäubt, erleiden sie einen grausamen Tod am Fließband.



Gegenwärtig werden zwar einige Änderungen der Lebensbedingungen der Schweine diskutiert. Sollten sich diese gegen den erbitterten Widerstand der "Schweineproduzenten" durchsetzen lassen, so wird die Lebensqualität der Schweine jedoch nur geringfügig verbessert. Dazu kommen Übergangsfristen von bis zu 10 Jahren.